Hundesport Überblick

Agility

Agility ist eine sehr junge Hundesportart und entstanden aus einer Vorführung. Es sollten Hunde analog zum Springreiten durch einen Hindernisparcours geführt werden, möglichst fehlerfrei,  bei gleicher Fehlerzahl entscheidet die Zeit.

Der Parcours besteht aus einer immer neuen Kombination von verschiedenen Hindernissen. Dabei gibt es bestimmte Hindernistypen:

Die Sprünge: Hierzu zählen einfache Stangen, die auf sog. Auslegern aufliegen, eine “Bürstenhürde”, eine Mauer und ein Weitsprung, der aus mehreren Holzelementen besteht. Ein Sonderfall ist sicherlich der Reifen, den der Hund durchspringen muss.
Die Tunnel: Dazu zählt einmal der Schlauchtunnel, der zu verschiedener Länge ausgezogen und in verschiedene Formen gelegt werden kann, sowie der Sacktunnel.
Die Kontaktzonenhindernisse: Das sind die A-Wand, der Steg und die Wippe. Ihr Sammelname rührt daher, dass auf jedem dieser zu überlaufenden Hindernisse am Anfang und am Ende Bereiche farblich abgesetzt sind, die der Hund mit mindestens einer Pfote berühren muss.
Der Slalom: Sicherlich das schwierigste Gerät, hier muss sich der Hund selbstständig durchfädeln, und zwar immer beginnend mit der linken Schulter an der ersten Stange.
Der Tisch: Auf diesem hat der Hund eine vorgeschriebene Zeit zu verharren, bevor es weiter geht.

Die daraus gebauten Parcours unterscheiden sich nach Größen- und Schwierigkeitsklasse. Gestartet wird in den Größen Mini (unter 35 cm Schulterhöhe), Midi (unter 43 cm Schulterhöhe) und Maxi (ab 43 cm Schulterhöhe). Die Schwierigkeitsklassen unterteilen sich in A0 (Neueinsteiger), A1 (Anfänger), A2 (Fortgeschrittene) und A3 (Könner).

Agility eignet sich für sportliche Hunde nahezu jeder Größenklasse. Zu schwere Hunde sollten jedoch besser verzichten, da sonst durch die vielen Sprünge die Gelenke übermäßig belastet werden. Auch ist ein vorheriger Gesundheitscheck dringend zu empfehlen.

Discdogging

Discdogging ist im Prinzip Frisbeespiel mit dem Hund in Perfektion. Hierbei nicht einfach die Scheibe nur geworfen, sondern die verschiedensten oft richtiggehend akrobatischen Tricks erarbeitet. Für den Hund ist das ein herrliches Beutespiel.

Wichtig ist neben der Wahl der richtigen Scheibe (die normalen Scheiben aus dem Spielwarenladen sind oft fatal für das Gebiss der Hunde!) auch ein vorheriges Wurftraining. Auch sollte die Scheibe immer vom Hund weg geworfen werden, niemals zum Hund hin!

Persönlich stehe ich allerdings dem Discdogging bei aller Hochachtung vor der Leistung und allem offensichtlichen Spaß der Hunde eher kritisch gegenüber. Denn bei keiner anderen Funsportart wird der Bewegungsapparat der Hunde so extrem belastet, und vor allem bei unerfahrenen Hundeführeren ist die Verletzungsgefahr für den Hund nicht zu unterschätzen.

Dogdancing

Wie der Name schon sagt, geht es dabei um einen Tanz mit dem Hund. Aber keine Angst, Walzerkenntnisse sind dafür natürlich nicht erforderlich! Vielmehr zeigen Mensch und Hund eine Choreografie zu einer selbstgewählten Musik. Ob man sich dabei mehr auf verschiedene Varianten der sogenannten “Heelwork” (also bei Fuß gehen) konzentriert, oder lieber diverse Tricks einbaut, ist ganz dem persönlichen Geschmack überlassen. Wichtig ist vor allem eine gute Grundausbildung des Hundes, denn reagiert der Hund hier zu spät, passt es schnell mit der Musik nicht mehr...

Flyball

Flyball ist im Gegensatz zu den bisher genannten eine Art Staffellauf. Der erste Hund läuft los, überspringt vier in gerader Linie aufgestellte kleine Hürden, tritt mit der Pfote auf eine Art “Wurfmaschine”. Diese schleudert daraufhin einen Ball in die Höhe, den der Hund fangen und über die Hürden zurück zu seinem Hundeführer bringen muss. Sobald er die Ziellinie überschreitet, darf der nächste Hund der Mannschaft loslaufen.

Obedience

Obedience bedeutet übersetzt “Gehorsam” - kein schönes Wort, aber auch nicht völlig verkehrt. Diese Sportart ist so etwas wie die Hohe Schule der Unterordnungsarbeit mit dem Hund. In immer steigenden Anforderungen wird hier in möglichst exaktes, schnelles, konzentriertes und vor allem freudiges Arbeiten des Hundes in den Bereichen Heelwork (also bei Fuß gehen), Apportieren und Schicken verlangt. Während die Anforderungen im Beginnerbereich (der Einstiegsklasse) noch recht moderat sind, werden in OB 3 dann auch Dinge verlangt wie Apportieren eines Holzes nach Geruchsunterscheidung oder auf Richtungsanweisung, gezieltes Schicken oder ähnliches.

Im Gegensatz zu anderen Prüfungen im Bereich Gehorsam gibt es im Obedience aber kein festgelegtes Laufschema, sondern nur eine Liste dessen, welche Übungen in welcher Klasse abgefragt werden. Über die genaue Gestaltung und Abfolge entscheidet der Leistungsrichter, und der Ringsteward sagt es  mittels Tafeln für den Hund nicht erkennbar an.

Da die Richter im Obedience angehalten sind, sowohl die Rasseveranlagung als auch das Alter der teilnehmenden Hunde zu berücksichtigen, ist das eine Sportart, die man mit wirklich jedem Hund und bis ins hohe Alter betreiben kann. Es starten alle Größen von Hunden in einer einzigen Klasse.

Turnierhundesport

Der Turnierhundesport war eine der ersten hier bekannten Funsportarten. Mit der Zeit haben sich hier mehrere verschiedene Disziplinen herauskristallisiert.

Am wenigsten anspruchsvoll für den Hund (wenn auch nicht für den Menschen) ist der Geländelauf, der mit angeleintem Hund über eine Strecke von 2 oder 5 km gelaufen wird.

Im Gehorsam werden das Fußgehen sowie Sitz- und Platzübung abgefragt und nach Punkten bewertet.

Beim Hürdenlauf überspringt der Hund auf einer 50 m langen Laufstrecke drei 40 cm hohe Hürden, während der Hundeführer nebenher läuft, es zählt die Zeit.

Ebenfalls um die Zeit geht es im Slalomlauf, bei dem Mensch und Hund eine 75 m lange Zickzackstrecke durch mit Stangen abegsteckte Tore laufen.

Beim Hindernislauf bewältigt der Hund auf einer 75 m langen geraden (oder in U-Form aufgestellten) Strecke 8 Hindernisse, während der Hundeführer nebenher läuft. Es zählt die Zeit.

Der Vierkampf ist eine Kombination aus Gehorsam, Hürdenlauf, Slalomlauf und Hindernislauf, die nacheinander absolviert werden.

Der CSC (Combination-Speed-Cup) ist eine Art Staffellauf für drei Mensch-Hund-Teams und eine Kombination aus Slalom, Hürden- und Hindernislauf (mit zwei zusätzlichen Geräten).

Beim Shorty handelt es sich, wie der Name schon andeutet, um einen Kurzparcours mit CSC-Geräten für zwei Teams.

So weit ein kurzer Überblick über die wichtigsten Funsportarten. Natürlich gibt es noch viele weitere Beschäftigungsmöglichkeiten. Teilweise sind diese sehr spezifisch für bestimmte Hundetypen - etwa das Coursing für Windhunde, Dummyarbeit für Apportierhunde oder ähnliches. Bewusst nicht mit angesprochen habe ich auch Dinge wie die Rettungshundearbeit, die meiner Meinung nach kein Hundesport ist, sondern eine ernste und verantwortungsvolle Aufgabe, die sehr viel Einsatz von Mensch und Hund verlangt. Ebenso habe ich den Bereich VPG (Vielseitigkeitsprüfung für Gebrauchshunde, früher SCHH = Schutzhundeausbildung) außen vor gelassen, dem ich persönlich sehr kritisch gegenüber stehe.

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