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Es gibt Zeiten, die möchte man einfach aus dem Kalender streichen - und diese Woche gehört sicherlich dazu. Dabei hatte ich mir das ursprünglich so schön vorgestellt: Erst ein langes Pfingstwochenende, eine entsprechend nicht allzu lange Woche und dann die hessische Landesmeisterschaft im Obedience... Aber von wegen!
Dienstag, 26. Mai 2009: Glenny hustet. Zwar nicht viel, und auch nur abends spät und morgens vor dem Aufstehen - aber bei einem Hund mit bekannter Herzproblematik ist man da natürlich sofort alarmiert. Also gleich in der Tierklinik angerufen und einen Termin ausgemacht: Mittwoch nach Pfingsten, also der 03. Juni.
Pfingstsonntag, 31. Mai 2009: Mein Rücken streikt. Verklemmt, verspannt, Nerv eingeklemmt? Jedenfalls ist Aufstehen eine Kunst, an den aufrechten Gang überhaupt nicht zu denken, Schuhe anziehen braucht bald 10 Minuten... Vielleicht hilft ja eine Nacht Entspannung und Wärme?
Pfingstmontag, 01. Juni 2009: Vergessen wir die Sache mit der entspannten Nacht, an Schlaf war nicht zu denken. Die Hunde müssen sich mit minimalen Kurzspaziergängen begnügen. Da muss wohl doch ein Arzt ran; bloß, wie hinkommen?
Dienstag, 02. Juni 2009: Zum Glück gibt es auch eine Ärztin hier in der Nähe, bis zu der ich mich hinkämpfe in der Hoffnung auf schnelle Besserung. Ich verlasse die Praxis mit einer Spritze im Rücken, in der Tasche ein Rezept und die Krankschreibung für die ganze Woche...
Mittwoch, 03. Juni 2009: Glenny muss zu seinem Termin, also muss ich irgendwie ins Auto. Je nun, lustig geht anders... Dort angekommen wird es nicht besser, im Gegenteil. Röntgenaufnahmen zeigen, dass sein Herz inzwischen deutlich vergrößert ist. Auch die Ultraschalluntersuchung bringt schlechte Neuigkeiten: Die Klappen sind deutlich verändert, Vorhof klar vergrößtert, klingt alles gar nicht gut. Der Husten kommt tatsächlich von einem ersten Flüssigkeitsrückstau in die Lunge, Glenny muss also von jetzt an auch ein Entwässerungsmittel nehmen. Das einzig gute ist, dass der Herzmuskel selbst noch sehr kräftig ist und Glenny dadurch die Belastung noch kompensieren kann, daher auch sein ansonsten sympthomfreies Verhalten. Allerdings ist auch klar, dass der Muskel das nicht ewig so durchstehen wird... Zwar tröstet die Tierärztin damit, Glenny wäre gerade auch im Hinblick auf sein Alter noch in hervorragender Kondition und der Verlauf seiner Herzerkrankung verhältnismäßig langsam. Das ist aber nur ein geringer Trost wenn ich bedenke, dass er erblich eigentlich gar nicht vorbelastet ist und diese gesamte Herzinsuffizienz nur einer Zwingerhusteninfektion im Junghundalter verdankt, die der Hund einer Arbeitskollegin mit einschleppte und von der ich erst erfuhr, als es schon passiert war...
Donnerstag, 04. Juni 2009: Den Schock über Glennys Befund muss ich erst mal verdauen, normales Laufen ist auch immer noch nicht drin. Allmählich habe ich das Gefühl, aus der LM wird wohl nichts mehr.
Freitag, 05. Juni 2009: Schon seit langem waren Glenny und Kaya zu einem physiotherapeutischen Checkup angemeldet: Anja Jakob hat es geschafft, Beate Warnat für ein Wochenende hier in die Gegend zu holen, und diese Gelegenheit konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen. Zumal ich seit kurzem das Gefühl hatte, dass Kaya ab und zu einmal nicht ganz “rund” läuft. Kein Lahmen oder etwas derartig auffälliges, mehr ein seltsames Gefühl... Nun, in Anbetracht dessen, was diese Woche bisher so gebracht hatte - da geht man mit einem ziemlich klammen Gefühl in der Magengegend hin. Und leider bewahrheitet sich mein Unbehagen dann auch. Zuerst eine Ganganalyse der beiden, dann geht es nach drinnen. Glenny kommt “auf die Matte”, und bei ihm ist es gar nicht mal soooo schlimm: Es hakelt im Iliosakralgelenk, der Nacken ist etwas verspannt, aber ansonsten sieht es wohl gar nicht so schlecht aus. Immerhin bin ich schon beim Zusehen tief davon beeindruckt, wie viel Beate allein durch Tasten erkennen und dann auch behandeln kann! Kaya ist dagegen nicht so eine Musterpatientin, sie zappelt erst mal kräftig herum und muss bestochen werden, damit sie sich kooperativ zeigt. Und das hat auch seinen Grund: Irgendwas stimmt nicht in der Hüfte, ebenfalls im hinteren Rücken. Um diese Bereiche zu entlasten verlagert sie offenbar viel Belastung auf die Vorderhand, was in der Folge dazu führt, dass die Schultern und Ellenbogen ebenfalls geschädigt sind - wahrscheinlich Arthrose, so weit sich das per Abtasten sagen lässt. Genaue Befunde lassen sich nur per Röntgenbilder stellen; die wiederum würden bei Madame Zappelchen aber eine Vollnarkose bedeuten. Und da sind wir uns alle einig: Das muss nicht sein, immerhin ist Kaya ja nicht in Agi oder THS aktiv. Das, was zusätzlich sinnvoll wäre (egal wie eine Röntgendiagnose ausfallen würde) setzen wir zum Teil ohnehin schon um: Zu viel Springerei oder kayatypische Kamikazeaktionen vermeiden - viel “normale” Bewegung und kräftigende Übungen - achten auf das Körpergewicht. Überhaupt sind Glenny und Kaya für ihr Alter sehr gut bemuskelt und durchaus fit. Was bei Kaya nun noch dazu kommen soll sind spezielle gymnastische Übungen, Vermeiden von Treppensteigen und wenn möglich das Angebot einer Wärmequelle am Abend. Ein langsames Schritttraining fängt Beate gleich an anzuclickern - gar nicht so einfach mit meinem kleinen Hibbeltier, die sich auch laut Beate “benimmt wie eine Anderthalbjährige”... Immerhin, als Beate mit ihr fertig ist tritt sie wieder richtig gut unter und auch der Rücken ist wieder kerzengerade. Wenn das kein tolles Ergebnis einer einzigen Behandlung ist! Wenigstens das Obediencetraining ist wohl für beide Hunde absolut das richtige und sollte auch auf jeden Fall weiter gemacht werden. Aber die Prüfung am Wochenende, die ist nun endgültig gelaufen. Nach dem langen Sitzen am Boden komme ich kaum noch hoch, es ist schlechtes Wetter angesagt und nach den Erkenntnissen von heute bringe ich es definitiv nicht über mich, meine Hunde mit den gerade gelockerten Spannungen nun den ganzen Tag im Regen zu haben und auch noch arbeiten zu lassen.
Samstag, 06. Juni 2009: Kaya mag das Rotlicht überhaupt nicht. Genausowenig das miese Wetter draußen. Ich setze mich also an den PC und suche nach anderen Lösungen. Es zeichnen sich zwei Ideen ab: Als Wärmequelle werde ich es mit dem Kauf eines Wickeltisch-Heizstrahlers versuchen, der wird wohl nicht annähernd so grell sein wie eine Rotlichtlampe (sonst wären die Babies, für die das Ding eigentlich gedacht ist, ja blind). Und wettertechnisch werde ich wohl in den sauren Apfel beißen und für meine Hunde einen Regenschutz kaufen. Zwar finde ich diese Teile ziemlich furchtbar, kann mir aber umgekehrt auch nicht vorstellen, dass nasskaltes Wetter gut ist für ohnehin schon angegriffene Gelenke. Außerdem machen wir abends die ersten Versuche mit der “Hundegymnastik”. Ich lege eine Reihe Plastikstangen aus und lasse meine Hunde darüber steigen. Und damit kein wildes Gehopse daraus wird (was bei Kaya die normale Reaktion auf Stangen ist), verteile ich lauter winzige Leckerchen zwischen den Stangen. Das klappt so weit ganz gut, hoffentlich hilft es auch!
Alles in allem ist das bisher eine Woche, wie man sie am besten aus dem Kalender streichen sollte. Die ganze Woche bestand offenbar nur aus flach liegen um meinen Rücken zu schonen und dazwischen schlechte Nachrichten abholen... Nun ja, kann ja nur besser werden!
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